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vor 8 Stunden

Infrarotheizung im energieeffizienten Neubau: Wenn die Gebäudehülle das Heizkonzept verändert

Je besser die Gebäudehülle eines Neubaus, desto geringer der Heizwärmebedarf. Das eröffnet neue Spielräume bei der Wahl der Heiztechnik. Infrarotheizungen sind insbesondere in sehr gut gedämmten Gebäuden eine moderne und bedarfsgerechte Lösung.

Moderne Neubauten unterscheiden sich grundlegend von Gebäuden früherer Baualtersklassen. Hochwertige Dämmung, luftdichte Konstruktionen, moderne Fenster und ein durchdachtes Lüftungskonzept reduzieren Wärmeverluste deutlich. Damit verändert sich auch die zentrale Frage der Heizungsplanung: Nicht mehr allein die maximale Leistung eines Systems ist entscheidend, sondern wie präzise die Technik zum tatsächlich verbleibenden Wärmebedarf passt.

Im Effizienzhaus-40-Standard wird diese Entwicklung besonders sichtbar. Die energetische Bewertung eines Effizienzhauses berücksichtigt sowohl den Primärenergiebedarf als auch die Qualität der Gebäudehülle über den Transmissionswärmeverlust. Je geringer die Kennzahl, desto geringer ist der Energiebedarf im Verhältnis zu einem Referenzgebäude.

Für Bauherren und Planer bedeutet das: Eine leistungsfähige Gebäudehülle ist die Basis für ein zukunftsfähiges Heizkonzept. Sie senkt nicht nur den Energiebedarf, sondern ermöglicht auch schlankere technische Lösungen. Genau hier kann die Infrarotheizung ihre Stärken ausspielen.

Direkte Wärme, klare Planung

Infrarotheizungen arbeiten als elektrische Direktheizungen. Statt vor allem die Raumluft zu erwärmen, geben sie Strahlungswärme an Personen, Oberflächen und Gegenstände im Raum ab. Die erwärmten Flächen geben die Wärme anschließend wieder an die Umgebung zurück. Die Paneele lassen sich an Wand oder Decke installieren und raumweise regeln.

Besonders die Montage an der Decke bietet interessante Möglichkeiten: Wandflächen bleiben frei, die Wärme kann den Aufenthaltsbereich gezielt erreichen und die Heizflächen lassen sich unauffällig in das Raumkonzept einfügen. Voraussetzung ist eine sorgfältige Planung. Raumgröße, Fensteranteil, Anzahl der Außenwände, Nutzung und gewünschte Temperatur bestimmen, wie viele Paneele mit welcher Leistung erforderlich sind.

Die Infrarotheizung ist dort besonders überzeugend, wo eine sehr gute Gebäudehülle den Heizwärmebedarf dauerhaft niedrig hält.

Weniger Technik – passend zum Bedarf

In energieeffizienten Neubauten muss die Heiztechnik nicht unnötig komplex sein. Wenn nur noch geringe Heizleistungen benötigt werden, kann ein direktes, raumweise steuerbares System eine passende Lösung darstellen. Infrarotheizungen benötigen für die Raumheizung kein wasserführendes Rohrnetz und keinen separaten Heizraum. Das reduziert den Installationsaufwand und schafft Spielraum bei der Grundriss- und Innenraumgestaltung.

Gleichzeitig ist eine realistische Gesamtschau wichtig. Stromtarif, elektrische Anschlussleistung, das Konzept für die Trinkwarmwasserbereitung sowie die Einbindung einer Photovoltaikanlage gehören von Anfang an in die Planung. Eine Photovoltaikanlage kann den Eigenverbrauch erhöhen; in der Heizperiode bleibt jedoch in der Regel ein relevanter Netzstrombezug bestehen. Auch die Wirtschaftlichkeit sollte immer auf Grundlage der konkreten Heizlast und der individuellen Nutzung bewertet werden.

Gebäudehülle und Heiztechnik als Einheit denken

Die Entwicklung des Heizwärmebedarfs zeigt deutlich: Mit jeder Verbesserung der energetischen Qualität sinkt die Energiemenge, die für angenehme Raumtemperaturen benötigt wird. Deshalb sollte die Heizungsfrage im Neubau nicht losgelöst von der Bauweise beantwortet werden.

Eine hochwertige Gebäudehülle, ein passendes Lüftungs- und Warmwasserkonzept sowie eine exakt ausgelegte Infrarotheizung können ein überzeugendes Gesamtsystem bilden. Für sehr gut gedämmte Wohngebäude ist die Infrarotheizung damit nicht nur eine Ergänzung, sondern eine moderne Lösung für die Raumwärme – direkt, komfortabel und auf den tatsächlichen Bedarf ausgerichtet.

Fazit: Energieeffizientes Bauen beginnt mit der Gebäudehülle. Wird der Wärmebedarf konsequent reduziert, kann eine Infrarotheizung – insbesondere als Deckenheizung – die dazu passende Heizlösung sein.

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