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vor 3 Stunden

Photovoltaik und Infrarotheizung: Solarstrom in der Übergangszeit gezielt für Wärme nutzen

Wenn im Frühjahr und Herbst sonnige Tage auf kühle Morgen- und Abendstunden treffen, entsteht Wärmebedarf häufig nur für kurze Zeit oder in einzelnen Räumen. Genau hier kann die Kombination aus einer Photovoltaikanlage und einer VITRAMO Infrarotheizung ihre Stärken ausspielen: Selbst erzeugter Solarstrom wird direkt und bedarfsgerecht für angenehme Strahlungswärme genutzt.

Eigenverbrauch statt Einspeisung: Solarstrom sinnvoll nutzen

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom immer dann, wenn ausreichend Sonnenlicht zur Verfügung steht. Wirtschaftlich besonders interessant ist der Anteil, der zeitgleich im Gebäude verbraucht wird. Denn selbst genutzter Solarstrom ersetzt den Strombezug aus dem öffentlichen Netz. Wie hoch dieser Eigenverbrauch ausfällt, hängt unter anderem von der Größe der PV-Anlage, dem Stromverbrauch und dessen zeitlichem Verlauf ab.

Eine elektrische Infrarotheizung kann den Eigenverbrauch gezielt erhöhen. Steht Solarstrom zur Verfügung und wird gleichzeitig Wärme benötigt, lässt sich die erzeugte Energie unmittelbar für die Raumbeheizung nutzen. Statt den Strom vollständig einzuspeisen, entsteht so ein direkter Mehrwert im Gebäude: Aus Sonnenenergie wird genau dort Wärme, wo sie benötigt wird.

Besonders sinnvoll in der Übergangszeit

Im tiefen Winter besteht der höchste Heizbedarf meist dann, wenn die solaren Erträge vergleichsweise gering sind. Im Frühjahr und Herbst sieht die Situation häufig günstiger aus: Die Photovoltaikanlage liefert tagsüber weiterhin nennenswerte Erträge, während morgens, abends oder an kühleren Tagen bereits zusätzlicher Wärmebedarf entsteht.

In dieser Zeit muss nicht zwangsläufig das gesamte zentrale Heizsystem aktiviert werden. Eine schnell reagierende VITRAMO Infrarotheizung ermöglicht es, einzelne Räume gezielt zu temperieren. Das ist beispielsweise sinnvoll:

im Badezimmer am Morgen für angenehme Wärme,

im Homeoffice während der Arbeitszeit,

im Wohn- und Essbereich an kühlen Tagen,

im Gästezimmer nur bei tatsächlicher Nutzung.

Je nach Gebäude und individuellem Wärmebedarf kann die zentrale Heizung dadurch später eingeschaltet oder früher wieder abgeschaltet werden.

Strahlungswärme mit kurzer Reaktionszeit

Infrarotheizungen geben einen großen Teil ihrer Wärme als Strahlung an Personen und Oberflächen im Raum ab. Dadurch wird die Wärme unmittelbar als angenehm empfunden. Gleichzeitig lassen sich die Heizelemente raumweise regeln und an die tatsächlichen Nutzungszeiten anpassen.

Diese schnelle Reaktionsfähigkeit ist insbesondere bei wechselnden Wetterbedingungen von Vorteil. Große Fensterflächen können an sonnigen Herbst- oder Wintertagen zusätzliche Wärme ins Gebäude bringen. Verschwindet die Sonne, entsteht kurzfristig wieder Heizbedarf. Träge Heizsysteme reagieren darauf oft verzögert. Elektrische Infrarotheizungen lassen sich dagegen schnell ein- und ausschalten und können so flexibel auf solare Wärmegewinne und die jeweilige Raumnutzung reagieren.

Mehr Eigenverbrauch durch intelligente Regelung

Damit Photovoltaik und Infrarotheizung optimal zusammenspielen, sollte die Regelung in das Gesamtkonzept einbezogen werden. Raumthermostate, individuelle Zeitprogramme und eine bedarfsgerechte Aufteilung in Heizzonen helfen dabei, unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden.

Besonders interessant sind Steuerungen, die die aktuelle PV-Erzeugung berücksichtigen und bevorzugt dann heizen, wenn Solarstromüberschüsse vorhanden sind.

Ein Batteriespeicher kann den zeitlichen Abstand zwischen Stromerzeugung und -verbrauch teilweise überbrücken und so den Eigenverbrauch erhöhen. Er ersetzt jedoch keinen saisonalen Energiespeicher. Überschüsse aus dem Sommer stehen im Winter nicht automatisch zur Verfügung. Zudem sollten bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung Anschaffungskosten, Speicherverluste und Lebensdauer berücksichtigt werden.

Realistische Einordnung für den Winter

Die Kombination aus Photovoltaik und Infrarotheizung darf nicht mit einer ganzjährigen Wärmeversorgung ausschließlich aus selbst erzeugtem Solarstrom gleichgesetzt werden. Gerade im Winter trifft ein hoher Heizwärmebedarf auf geringere PV-Erträge. Reicht der aktuell erzeugte Solarstrom nicht aus, wird zusätzlicher Strom aus dem öffentlichen Netz benötigt.

Deshalb eignet sich eine elektrische Direktheizung nicht pauschal als alleinige Hauptheizung für jedes Gebäude. Besonders in unsanierten oder schlecht gedämmten Bestandsgebäuden können hohe Heizlasten zu einem entsprechend hohen Stromverbrauch und damit zu steigenden Betriebskosten führen. Unabhängige Energieberatungen empfehlen daher, Gebäudehülle, Wärmebedarf und Wirtschaftlichkeit sorgfältig zu prüfen.

Anders kann die Bewertung bei sehr gut gedämmten Neubauten, Effizienzhäusern, kleineren Nutzungseinheiten oder einer bewusst geplanten Zusatzheizung ausfallen. Hier kann die geringe Systemkomplexität einer Infrarotheizung in Verbindung mit einer raumweisen Regelung und einer großzügig dimensionierten Photovoltaikanlage ein schlüssiges Gesamtkonzept ergeben.

Die richtige Planung entscheidet

Vor der Auswahl und Dimensionierung einer Infrarotheizung sollten sowohl die Heizlast des Gebäudes als auch der Wärmebedarf jedes einzelnen Raumes ermittelt werden. Ebenso wichtig sind der Dämmstandard, Fensterflächen, Raumgrößen, Nutzungszeiten sowie mögliche Wärmeverluste über Außenwände, Türen oder Fenster. Auch die vorhandene Elektroinstallation muss für die vorgesehene Leistung ausgelegt sein.

Bei der Anordnung der Heizelemente kommt es nicht allein auf die installierte Gesamtleistung an. Entscheidend ist vielmehr, die Wärme möglichst gleichmäßig im Raum zu verteilen und die tatsächlichen Aufenthaltsbereiche zu berücksichtigen. Häufig sind mehrere passend dimensionierte Heizelemente sinnvoller als ein einzelnes großes Panel. Ergänzend sorgen Raumthermostate und Zeitprogramme dafür, dass nur dann geheizt wird, wenn tatsächlich Wärme benötigt wird.

Fazit

Entscheidend ist nicht die pauschale Frage, ob Photovoltaik und Infrarotheizung zusammenpassen. Vielmehr kommt es darauf an, unter welchen baulichen und energetischen Voraussetzungen diese Kombination sinnvoll eingesetzt werden kann. Insbesondere in der Übergangszeit bietet sie die Möglichkeit, selbst erzeugten Solarstrom direkt für angenehme Strahlungswärme zu nutzen und den Eigenverbrauch der Photovoltaikanlage zu erhöhen. In gut geplanten Gebäuden kann daraus ein effizientes und komfortables Energiekonzept entstehen.

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