Warum ein Seminartag manchmal nicht ausreicht
Ein Seminartag kann viel bewirken. Neue Impulse, hilfreiche Beispiele, der Austausch mit anderen Teilnehmern – und häufig auch der feste Vorsatz:
„Das setzen wir künftig anders um.“
Dann beginnt am nächsten Morgen wieder der Projektalltag.
Die Baubesprechung steht an, ein Nachtrag muss geprüft werden, der Auftraggeber wartet auf eine Rückmeldung und auf der Baustelle ist kurzfristig ein Problem entstanden.
Das neue Wissen ist noch da. Aber es fehlt die Zeit, es in Ruhe zu vertiefen.
Weiterbildung endet häufig dann, wenn sie praktisch werden könnte
Das klassische Seminar hat einen festen Anfang und ein festes Ende. Für viele Themen ist das sinnvoll.
Bei Wissen, das Mitarbeiter immer wieder im Projekt benötigen, stellt sich jedoch eine andere Frage:
Muss die Weiterbildung eigentlich mit dem Seminartag beendet sein?
Gerade bei komplexen Themen kann es sinnvoll sein, Lernen über einen längeren Zeitraum zu organisieren.
Denn häufig entstehen die wichtigen Fragen nicht während der Veranstaltung, sondern erst später:
• wenn tatsächlich ein Nachtrag auf dem Tisch liegt,
• wenn eine Behinderung eintritt,
• wenn eine Abnahme vorbereitet wird,
• wenn ein Auftraggeber eine Forderung zurückweist,
• oder wenn eine konkrete Formulierung benötigt wird.
Bei der Anwendung wird aus dem neuen theoretischem Wissen praktisches Wissen, das im Arbeitsalltag auch wirklich zur Verfügung steht.
Das Wissen muss verfügbar bleiben
Moderne Weiterbildung kann deshalb mehr sein als eine einzelne Veranstaltung.
Mitarbeiter können Grundlagen zunächst eigenständig erarbeiten, bestimmte Themen später noch einmal aufrufen und durch regelmäßige Live-Termine vertiefen.
Das verändert auch das Format von Weiterbildungen.
Aus einem einmaligen Wissensimpuls wird eine Begleitung durch den Projektalltag.
Ein Mitarbeiter muss nicht alles an einem Seminartag aufnehmen und auch noch behalten. Er kann auf Inhalte zurückgreifen, wenn sie für sein aktuelles Projekt relevant werden.
Weiterbildung sollte als Prozess gedacht werden
Das bedeutet nicht, dass klassische Seminare überflüssig werden.
Im Gegenteil: Für ein klar abgegrenztes Thema kann ein kompakter Seminartag genau das richtige Format sein.
Bei Grundlagenwissen, das Mitarbeiter regelmäßig benötigen, bietet sich jedoch ein anderes Modell an:
lernen – anwenden – wiederholen – vertiefen – Fragen stellen.
Dieses Format verfolgen wir beim Campus Baurecht. Dort werden E-Learning-Inhalte mit regelmäßigen Live-Online-Vorträgen über zwölf Monate kombiniert. Die Teilnehmer können Themen wieder aufrufen und Fragen zu den Kursinhalten dann stellen, wenn sie im Laufe ihrer Arbeit entstehen.
Die entscheidende Frage für Unternehmen lautet deshalb möglicherweise künftig nicht mehr nur:
„Welches Seminar buchen wir?“
Sondern:
„Wie sorgen wir dafür, dass wichtiges Wissen unseren Mitarbeitern dauerhaft zur Verfügung steht?“
weitere Informationen zum Campus Baurecht: