Mit altem Tragwerk und neuer Hülle zum Niedrigenergiegebäude. Die unter dem Namen Florair bekannten Sozialwohnbauten im Brüsseler Stadtteil Jette waren in die Jahre gekommen und entsprachen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Wärmeschutz und Akustik. Aufgrund dieser und weiterer Mängel sollten zwei der vier Gebäude – Florair 2 und 3 – technisch und energetisch saniert werden.
Da die Sanierung im bewohnten Zustand erfolgen musste, wurde eine Außendämmung gewählt. Das Stahlbetonskelett konnte als tragende Struktur erhalten bleiben. Die Einscheibenverglasung sollte ausgetauscht werden. Das Mauerwerk im Brüstungsbereich war allerdings zu baufällig, um die neuen, schweren Fenster mit Doppelverglasung zu tragen. Die Architekten entschieden sich für eine Unterkonstruktion, die der alten Fassade vorgesetzt wurde und die Lasten direkt in das tragende Skelett ableitet.
Durch die im Schnitt 18 Zentimeter dicke Mineralwolldämmung konnte eine deutliche Verbesserung der energetischen Eigenschaften des Gebäudes erreicht werden. Auch die Dachflächen wurden mit Mineralwolle gedämmt. Zusammen mit der Erneuerung der Fenster mit zusätzlicher Sonnenschutzbeschichtung konnte der jährliche Heizwärmebedarf der sanierten Florair-Bauten drastisch gesenkt und eine Klassifizierung als Niedrigeenergiegebäude erreicht werden.
Bautafel:
Wohnhäuser, Brüssel, BE
Bauherrschaft: Lojega, Ganshoren, BE
Architektur: Atelier Kempe Thill Architects & Planners, Brüssel, BE
Fachhandwerk: Cemco, Temse, BE
Sto-Kompetenzen: StoVentec, StoSignature Texture: Rough 1, StoSilco K, StoGlass Mosaic
Fotos: Ulrich Schwarz, Berlin, DE; Atelier Kempe Thill Architects & Planners, Brüssel, BE; Sto Belgien